Verbrauch von Wasserressourcen

„Der Boden ist total ausgetrocknet. Er ist wirklich nicht mehr so, wie er früher einmal war. Wenn es uns heute z.B. an Wasser oder an Nahrung fehlt, dann trägt auch Aracruz* einen Teil der Verantwortung dafür.“
(Bewohner eines Quilombola- Dorfes in Brasilien)
*Der brasilianische Zellstoffkonzern ARACRUZ Celulose (heute FIBRA) ist einer der größten Eukalyptuszellstoffproduzenten weltweit

Die Zellstoffmonokulturen verbrauchen große Mengen an Wasser und stellen in trockeneren Regionen in Südafrika, Brasilien oder Spanien ein gravierendes Problem dar. Viele der von der Papierindustrie bevorzugten Baumarten, insbesondere schnell wachsende wie Eukalyptus, saugen mehr Wasser aus dem Boden als andere Feldfrüchte. Dies ist das Ergebnis einer über vier Jahre in Indien, Costa Rica, Südafrika und Tansania geführten Studie des Britischen Departments für Internationale Entwicklung (DFID). Studien aus Spanien zeigen, dass in einer Eukalyptusmonokultur nur halb so viel Niederschläge das Grundwasser erreichen wie in einem Naturwald.

  • In Brasilien berichten Dorfbewohner, deren Siedlungen von Eukalyptusplantagen umgeben sind, wie nach dem Anbau von Eukalyptus die Bäche, Quellen und Brunnen austrockneten und das Grundwasser sank.
  • In dem chilenischen Dorf Lumaco mit 11.405 Einwohnern sind einige Siedlungen von Plantagen regelrecht eingekreist, 40 Prozent der Region sind mit Plantagen bedeckt, die Böden von starker Erosion betroffen und heimische Tiere und Pflanzen sind selten geworden. Im Sommer muss die Gemeindeverwaltung Trinkwasser verteilen, weil Quellen und Bäche versiegen.
  • In Südafrika fiel in einigen Gegenden der Grundwasserspiegel um mehr als 36 Meter. Ein Eukalyptusbaum in Südafrika kann bis zu 500 Liter Wasser täglich aufnehmen. In Südafrika wird auch von den Konzernen nicht bestritten, dass die Plantagenwirtschaft einen negativen Einfluss auf die Wasserressourcen hat. „Pulp and paper making requires large quantities of water.“ (Jahresbericht der südafrikanischen Forstwirtschaft 2004). Auch die kürzlich veröffentlichte Studie der britischen Regierung (s.o.) belegt, dass in Südafrika die Ausbreitung der exotischen Kiefern und Eukalyptusbäume zu einer Verringerung der Wassermenge der Flüsse geführt hat

Der Wasserverbrauch in der Papier- und Zellstoffindustrie ist pro Tonne höher als in irgendeiner anderen Industriebranche.

  • 1989 musste der Zellstoffkonzern ENCE in Spanien/Galizien seine Fabrik für einige Monate schließen, da die Bewohner der Region nicht genügend Wasser zur Verfügung hatten.
  • Die drei Zellstofffabriken von Aracruz in Brasilien verbrauchen täglich 248.000 Kubikmeter Wasser – ausreichend, um eine Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern mit Wasser zu versorgen.

Quelle: Alternativen Waldschadensbericht, 2006


Weitere Informationen zum Thema Papier und Umwelt finden sich im Alternativen Waldschadensbericht und update.

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