Aktueller Papierverbrauch 2010

Papierkonsum in Deutschland steigt wieder

Dem aktuelle Leistungsbericht „Papier 2011“ des Verbandes Deutscher Papierfa­briken (vdp) ist zu entnehmen, dass der Papiermarkt nach der Wirtschaftskrise wieder im Aufschwung ist und die Produktions- und Verbrauchsmengen liegen wieder fast auf dem Niveau vor dem Krisenjahr 2008.

 

Verbrauch in Deutschland

Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland ist wieder angestiegen von 228 kg (2009) auf 242,9 kg (2010). Der Verbrauch ist besonders im Bereich der Verpackungspapier gestiegen: von 94 kg 2009 auf 104 kg 2010. Auch bei den Hygienepapieren ist wieder ein Zu­wachs um ein Kilogramm zu verzeichnen. Der Pro-Kopfverbrauch lag 2010 bei 19 kg (2008: 17 kg). Noch vor 10 Jahren haben die Deutschen pro Einwohner „nur“ 11 kg Hygienepapier im Jahr ver­braucht.

 

Die Einsatzquote von Altpapier konnte mit 70 % knapp auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Erneut gefallen ist die Einsatzquote von Altpapier bei den Hygienepapieren. 2010 wurden für die Herstellung von Hygienepapieren nur noch 50 % Altpapier eingesetzt, das heißt, seit 2003 ist die Verwendung für Altpapier in der Produktion um über 25 % gefallen (2003: Altpapiereinsatzquote 76 % ). Eine aus Umweltsicht sehr negative Entwicklung, weil in diesem Zeitraum die Verbrauchsmengen von Hygienepapier gleichzeitig gestiegen sind und somit wertvolle frische Fasern nach einmaligem Gebrauch für immer für den Papierkreislauf verloren gehen.

 

Immer mehr Zellstoffimporte aus Südamerika

Die Zellstoffimporte sind wieder angestiegen, 2010 wurden insgesamt 3,7 Mill. Tonnen Zellstoff importiert, das sind 15 % mehr als im Vorjahr. Allerdings lagen die Importe auch schon bei über 4 Mill. Tonnen 2007.

Brasilien ist erneut Spitzenreiter bei den Importen von Zellstoff nach D (849.403 Tonnen, ent­spricht 23 % des importierten Zellstoffs). Aber auch andere südamerikanische Staaten liefern deutlich vermehrt Zellstoff. Insbesondere Uruguay ist innerhalb kürzester Zeit ein wichtiger Zellstofflieferant für Deutschland geworden. 2007 wurden von der Papierindustrie Importe aus Uruguay noch nicht extra in der Länderübersicht ausgewiesen, 2010 machten die Importe schon 9 % aus. Uruguay hat sich zum Zellstofflieferant Nr. 4 für Deutschland entwickelt. Es hat gegenüber 2009 75 % mehr Zellstoff nach D geliefert. Die Importe aus Chile sind um 70 % gestiegen. Aus den drei südamerikanischen Ländern erhalten wir derzeit insgesamt 37 % unseres Zellstoffes, damit haben sie die Importe aus Schweden und Finnland überholt (zusammen 36 %). Bislang wurde der meiste Zellstoff aus den beiden nordischen Staaten importiert. Die Importe aus Kanada sind weiterhin rückläufig und liegen bei 5 %.

 

Papierverbrauch weltweit
(2009, für 2010 liegen noch keine Daten vor)

Bei den Mengen für den weltweiten Papierverbrauch machen sich noch die Auswirkungen der Finanzkrise bemerkbar, der Papierverbrauch ist abgesunken auf 370 Mill. Tonnen (2008 390 Mill. T).

Zum ersten Mal ist China beim Papiergesamtverbrauch auf Platz 1 vorgerückt und die USA liegen jetzt auf Platz 2. Deutschland bleibt nach Japan die Nr. 4  beim Verbrauch von Papier weltweit.

 

Spitzenreiter weltweit 2009

  • China mit 85 Mill. Tonnen                    (Pro Kopf, 2008:  64 kg)
  • USA mit 71 Mill. Tonnen                       (Pro Kopf, 2008: 231 kg)
  • Japan mit 27 Mill. Tonnen                    (Pro Kopf, 2008: 215 kg)
  • Deutschland mit 18 Mill. Tonnen        (Pro Kopf, 2008: 228 kg)

Beim Pro-Kopf-Verbrauch rangierte Deutschland 2009 mit 228 kg weiterhin auf Rang sechs. Führend sind Belgien/Luxemburg (317 kg/Person). Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch weltweit be­trachtet liegt bei 54 kg.

Hinweis: Der vollständige Leistungsbericht Papier 2011 kann beim vdp bezogen werden, kostet allerdings 25,- €. (www.vdp-online.de)

 


Diese Seite wurde gefördert durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen.