Das Rahmenprogramm zur Ausstellung

Die Ausstellung Papierwende informiert sehr anschaulich über die globalen Auswirkungen unseres Papierverbrauchs. Erfahrungsgemäß ist jedoch der Weg vom Wissen zum Handeln weit und muss begleitet werden. Das Rahmenprogramm ist daher ein unverzichtbares Element, damit die Papierwende keine „Eintagsfliege“ bleibt, sondern zu sichtbaren und nachhaltigen Veränderungen in den Papierwende-Städten führt. Fast jede Papierwende-Stadt entwickelt ihr eigenes Rahmenprogramm. Informieren Sie sich über das Programm in den jeweiligen Papierwende-Städten.

Ein erprobtes Modell
Die Papierwende wurde von urgewald und ARA zunächst in den drei NRW-Städten Münster, Brilon und Köln auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Seit 2004 wandert die Ausstellung: Gütersloh, Hannover, Hamburg, Göttingen, Kassel, Rüsselsheim oder Luxemburg, um nur einige Stationen zu nennen. Sie wird bis heute dabei von Rahmenprogrammen unterschiedlichster Größe begleitet.

Einstieg, Dreh- und Angelpunkt der Papierwende ist die gleichnamige Ausstellung. Neben der Ausstellung konzipierten urgewald und ARA ein Rahmenprogramm mit vielfältigen Elementen: Schulbesuche und -projekte, Runde Tische mit Großverbrauchern von Papier, öffentlichkeitswirksame Copyshop-Aktionen, Fortbildungsangebote, diverse Sonderveranstaltungen sowie flankierende Öffentlichkeitsarbeit.

Die Ausstellung Papierwende setzt unter dem Motto „Zukunftsfähig mit Papier“ das Thema Papierverschwendung beeindruckend in Szene und macht auf die Folgen des oft gedankenlosen Papierverbrauchs aufmerksam. Wichtigstes Ziel der Ausstellung ist es, längst überholten Vorurteilen gegen Recyclingpapier zu Leibe zu rücken und die (Wieder-) Umstellung auf die umweltfreundliche Alternative anzukurbeln – einfach umzusetzen vom Schulkind bis zum Großverbraucher.

Die Papierwende vermittelt Inhalte aus den Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung, Lokale Agenda und dem Thema Globalisierung. Die Papierwende will eine Stadt, bzw. Region zum Umdenken bezüglich ihres Papierverbrauchs bewegen. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit den angesprochenen Verbrauchergruppen Modelle für einen nachhaltigen Papierverbrauch zu entwickeln und auf lokaler Ebene umzusetzen.

Schirmherrschaft für die Papierwende
Mit einem engagierten Schirmherren oder einer Schirmherrin öffnen sich so manche Türen leichter. Ein Schirmherr gibt der Papierwende Prominenz, regionale Identifikation, schafft Aufmerksamkeit und Akzeptanz. In vielen Papierwende-Städten haben die Bürgermeister diese Rolle übernommen. Wenn die Stadtverwaltung auf Recyclingpapier umstellen werden soll, ist es sehr hilfreich, wenn der Bürgermeister als Schirmherr gewonnen werden kann. Aber auch andere Personen des öffentlichen Lebens können die richtige Wahl sein. Wichtig ist, dass die Person die Ziele der Papierwende glaubwürdig vertritt und die das Interesse für das Thema in der Bevölkerung weckt.

Kooperationspartner geben der Papierwende ein Gesicht
Kooperationspartner geben den Papierwende-Städten ihr individuelles Gesicht. In einer unserer ersten „Teststädte“, in Brilon war die Zusammenarbeit mit den Schulen das prägende und erfolgreichste Element. Aus der intensiven Betreuung der Briloner Schulen ist die Schülerausstellung „Papier hat viele Seiten“ entstanden. Unser Angebot an die Schulen beinhaltete: Ausstellungsführungen, Schulbesuche mit Kanadavortrag, Papiergießen, Projekttage und Theateraufführung.

In der Zusammenarbeit mit dem Kölner Zoo entstand das Projekt „Papiertiere“. Mit einer speziellen Beschilderung wurde an den Gehegen zahlreicher Tierarten des Kölner Zoos darüber informiert, dass die Heimat der „Papiertiere“ durch unseren Papierkonsum zerstört wird. So wurde über die gesamte Fläche des Zoos auf die Papierwende-Ausstellung auf dem Zoo-Gelände aufmerksam gemacht und ein Bezug zwischen unserem Papierthema und den Bewohnern des Zoos hergestellt.

In Münster machte die gute Kooperation mit der lokalen Greenpeacegruppe die erfolgreichen Copyshop-Aktionen möglich. In Warendorf konnte durch das Engagement der ortansässigen Druckerei ein besonders nachhaltiges Papierwende-Projekt entstehen: Warendorfer SchülerInnen gestalten „ihr“ Schulheft, das zum Schuljahresbeginn 2007 unter dem Motto „Warendorfer Gesichter“ im Fachhandel der Region erhältlich sein wird.

Jede Papierwende-Stadt entwickelt ihr eigens Profil. Kooperieren Sie mit Partnern, mit denen Sie bereits andere Projekte erfolgreich durchführen konnten. Setzen Sie auf Ihre Stärken und nutzen Sie ihre guten Kontakte: Sind Sie aktiv in der Kirchengemeinde? Haben Sie eine engagieren Bürgermeister oder Beschaffungsleiter den Sie für eine Papierwende begeistern können? Oder ist es Ihnen ein besonderes Anliegen den örtlichen Handel zu gewinnen?

So weit es Ihr Budget und Ihre Zeit erlaubt, stellen Sie die Papierwende möglichst vielen Institutionen und Interessensgruppen vor. Sie werden überrascht sein, welche Ideen dabei entstehen können. Hier ein paar Beispiele: Aus einem Gespräch mit der Leiterin der städtischen Bücherei in Warendorf entstand die Idee einer Sonderausstellung zum Thema Wald und Papier, es wurden ausgewählte Bücher zum Thema der Papierwende angeboten. Die Bücherei arbeitet eng mit den ortsansässigen Schulen zusammen und informierte diese eigenständig über die Papierwende.

Manchmal kommt Unterstützung ganz unverhofft: In Warendorf haben wir alle Vereine zur Ausstellungseröffnung eingeladen. Unter anderem schickte das örtliche Kolpingwerk zwei Vertreter. Das Kolpingwerk Warendorf führt seit Jahren regelmäßig Altpapiersammlungen durch. Noch während der Ausstellungseröffnung sagte man uns die Einnahmen der nächsten Sammlung als Spende zur Unterstützung der Papierwende zu.

Ohne den Handel geht es nicht!
Führen Sie vor der Eröffnung der Ausstellung Papierwende eine Marktrecherche durch. Am Ende einer Ausstellungsführung lautet meist die erste Frage: „Und wo kann ich das Papier mit dem Blauen Engel kaufen?“ Diese Frage sollten Sie natürlich beantworten können. Es lohnt möglichst früh mit den Geschäften in der eigenen Stadt Kontakt aufzunehmen. Fragen Sie, ob es möglich ist Sonderaktionen zur Eröffnung der Papierwende zu machen und diese gemeinsam zu bewerben. Über die Sonderaktion kann das Angebot an Recyclingpapier ausgebaut werden.

Laden Sie die Inhaber und Angestellten der Papier anbietenden Geschäfte zu einer Sonderführung ein. Sie werden sich wundern, wie schlecht die „Fachverkäufer“ informiert sind. Auf der anderen Seite werden Sie feststellen, dass es ohne den Handel nicht geht. Finden die Besucher der Ausstellung in Ihrer Stadt kein Recyclingpapier, werden sie weiterhin Frischfaserpapier kaufen. Sie sollten versuchen, an beiden Enden – bei den Verbrauchern und den Anbietern – eine Veränderung in Bewegung zu setzen.

Präsentieren Sie die Ergebnisse der Marktrecherche auf Ihrer Internetseite, in der Presse und in der Ausstellung. Lassen Sie die Schüler die Marktrecherche durchführen. Sprechen Sie uns an, wir können Ihnen eine Anleitung, wie eine Marktrecherche durchgeführt werden kann, sowie eine Reihe von Vorlagen für einen Einkaufsführer zur Verfügung stellen.


Diese Seite wurde gefördert durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen.