Artenverlust und Zerstörung von Ökosystemen

Urwaldzerstörung für die Zellstoffproduktion
Über den importierten Rohstoff ist die Papier- und Zellstoffindustrie in vielen Ländern maßgeblich an der Urwaldzerstörung beteiligt, insbesondere in den nördlichen Regionen Kanadas und Russlands sowie in Südostasien (Malaysia, Indonesien) und Australien. Nach Schätzungen des Worldwatch Institutes stammen weltweit 16 Prozent des in der Papierproduktion eingesetzten Holzes aus Urwäldern.

So z.B. in Kanada, wo 90 Prozent der Holzeinschläge in Urwäldern stattfinden. Oder in Indonesien, wo über 90 Prozent des Zellstoffs, der zwischen 1988 und 1999 in die Papierproduktion floss, aus dem Regenwald stammte.

In vielen Fällen ist der Holzeinschlag illegal: Laut Schätzungen des „Center for International Forestry Research“ sind 40 Prozent der Einschläge für die Papier- und Zellstoffproduktion in Indonesien illegal. Nach einer Studie des WWF stammen 98 Prozent der nach Deutschland importierten illegalen Zellstoffmenge und 39 Prozent der Papiermenge illegaler Herkunft aus Indonesien.

In Russlands Wäldern liegt der Anteil von illegal eingeschlagenem Holz nach Untersuchungen von Greenpeace und WWF bei 15-35 Prozent. Die nördlichen Urwälder in Russland, Finnland, Schweden und Kanada sind bedrohte Lebensräume für zahlreiche Großsäugetiere wie Bären, Wölfe oder die in Kanada lebenden Caribous, Cougars und Vielfraße. Die Wälder aber auch die vielen in ihnen liegenden Feuchtgebiete und Moore beherbergen eine große genetische Vielfalt an Moos-, Pilz- und Flechtenarten. Durch den Verlust der Urwälder und die intensive forstliche Nutzung sind z.B. in Finnland viele Arten mittlerweile gefährdet: 564 waldspezifische Tier-, Pflanzen- und Pilzarten stehen auf der Roten Liste Finnland. Die Rote Liste Schwedens beinhaltet bereits 2.100 waldabhängige Arten. Die nordischen Urwälder sind auch wichtige Vogelbrutgebiete. In den borealen Wäldern Kanadas beispielsweise brüten Milliarden von Vögeln.

Quelle: Alternativen Waldschadensbericht, 2006


Weitere Informationen zum Thema Papier und Umwelt finden sich im Alternativen Waldschadensbericht und update.

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