Bodendegradierung

Beim Ernten durch Kahlschlag ebenso wie beim Pflanzen der Bäume kommt es zu Erosion, wenn der Boden schutzlos dem Regen ausgeliefert ist. Schwere Erntemaschinen verdichten den Boden und verstärken an steilen Hängen die Erosion.

Berichte aus Südafrika, Spanien und Brasilien beschreiben die Bodendegradierung in Eukalyptusplantagen. Der hohe Herbizid- und Düngereinsatz verändert die Bodenfauna. Auch werden die Abbauprozesse in den Böden durch chemische Inhaltsstoffe des Eukalyptus gestört. Die Mikroorganismen in den Böden sind nicht an die Eukalyptusblätter angepasst, so dass die Zersetzung sehr langsam voran geht. In Folge akkumulieren die Eukalyptusblätter und ersticken andere Bodenpflanzen. Die hydrophoben Blätter des Eukalyptus legen eine Art Wachsschicht über den Grund und verschlechtern damit die Wasserdurchlässigkeit. Darüber hinaus werden die Böden durch die massive Nährstoffextraktion von Eukalyptus verstärkt ausgelaugt. Vergleichende Studien in Spanien zwischen Eukalyptusplantagen und Eichenwäldern zeigten, dass in Eukalyptuswäldern (E. camaldulensis) der Bodenverlust 100-mal größer ist.

 

Schnellwüchsige Zellstoffplantagen sind keine Lösung 


Die World Commission on Forests schätzt, dass man die weltweite Papiernachfrage 2050 durch 100 Millionen Hektar schnellwüchsige Plantagen decken und so den Holzeinschlag in Wäldern reduzieren könnte. Doch werden für die schnellwüchsigen Zellstoffplantagen zuvor Wälder gerodet, andere wertvolle Ökosysteme (z.B. die Savanne in Südafrika) zerstört oder landwirtschaftliche Nutzflächen (z.B. in Südafrika oder Brasilien) geopfert. Die genannten 100 Millionen Hektar würden einer Fläche von ca. 50 Prozent des weltweiten Weizenanbaus (FAO 2004: 217 Millionen Hektar) entsprechen. Die Produktion eines schnelllebigen Verbrauchsartikels für die Industrienationen steht heute schon vielerorts in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln für die lokale Bevölkerung (z.B. Brasilien).

Quelle: Alternativen Waldschadensbericht 2006


Weitere Informationen zum Thema Papier und Umwelt finden sich im Alternativen Waldschadensbericht und update.

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